Geld mit Instagram verdienen – ein vollständiger Guide dazu

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Mehr als 60 Mio. Bilder werden tagtäglich auf Instagram hochgeladen und mit Herzchen versehen. Da die Plattform besonders einfach zu bedienen ist, konnte ihre Beliebtheit seit der Gründung im Jahr 2010 kontinuierlich steigen. Wer sich registrieren möchte, muss zumindest 13 Jahre alt sein, aber auch bei unseren späteren Generationen, die 50 Jahre oder älter sind, steigt die Nutzung mittlerweile rasant an. Das macht Instagram zu einer der wertvollsten Social Media Plattformen unserer Zeit. Sie konnte bereits viele andere überholen, weil sie das simple Chatten mit visuellen Reizen verbindet. Mehr noch; nicht selten ist Instagram überhaupt die Sprungschanze für neue Trends.

Wie kann man das also für sich nutzen, um Geld zu verdienen? Ab wann ist ein Gewerbeschein dazu notwendig? Sollte man Instagram anders als eine Privatperson nutzen, wenn man seinen Account kommerziell betreiben will? Diese und viele weitere Fragen sehen wir uns nun im Guide genauer an.

Wie lässt sich mit Instagram überhaupt Geld verdienen?

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten, um mit Instagram Geld zu verdienen: Aktiv und passiv.

  • Wer passiv mit Instagram Geld verdient, nutzt die Plattform zu eigenen Werbezwecken. Das Geld wird hier im Grunde anderweitig verdient, etwa durch Dienstleistungen oder durch einen Onlineshop. Auf Instagram wird dafür dann geworben, indem innerhalb der eigenen Reichweite die richtige Zielgruppe angesprochen wird.
  • Verdient man mit Instagram aktiv Geld, kommt dies durch direkte Kooperationen mit Unternehmen zustande. Man bewirbt Produkte in seinen Posts und erhält dafür eine Bezahlung. Hierbei handelt es sich um den klassischen Influencer. Eine Alternative dazu wäre das Bewerben von Produkten mitsamt dem Setzen von Affiliate-Links, um bei erfolgreichen Leads eine Provision zu kassieren.

In beiden Varianten ist eine dementsprechend hohe Reichweite notwendig. Diese setzt sich nicht nur rein aus der Zahl der Follower und Likes zusammen, sondern erfordert auch eine gewisse Interaktionsrate. Etwa über den Kommentarbereich. Denn nur, wer seine Zielgruppe auch wirklich erreicht und eine Reaktion von ihr erhält, kann glaubhaft vermitteln, dass er der richtige Werbepartner ist.

Bezahlung, Rabatte, Gratisprodukte

Viele Influencer entscheiden sich für Instagram, da es über diese Plattform besonders einfach ist, Postings zu erstellen. YouTube zum Beispiel würde viel Nachbearbeitung für die Videos erfordern, auf Twitter schiebt die Zeichenbegrenzung einen Riegel vor. Facebook wird von vielen Personen oft durch andere Plattformen ersetzt, also bleibt im Grunde nur die Fotoplattform aus selbem Hause.

Im Jahr 2012 wurde Instagram von Facebook für rund 760 Mio. Euro aufgekauft. Seither ist es möglich, beide Accounts zu koppeln, um einen maximalen Gewinn daraus zu ziehen. Dazu kommen wir aber später noch.

Da auf Instagram die Vernetzung so einfach fällt, gibt es immer mehr Plattformen, auf denen man sich registrieren kann, um hierdurch dann an Kooperationspartner zu gelangen. Auch kontaktieren viele Unternehmen häufig den Influencer selbst, um eine Zusammenarbeit in Gang zu bringen. Die Entschädigungen fallen hier oft ganz unterschiedlich aus. Zu den häufigsten zählen:

  • Eine direkte Bezahlung.
  • Kostenlose Produkte.
  • Ein Rabatt für die gewünschten Produkte.

Was genau man erhält, richtet sich in der Regel nach der Reichweite.

Da viele Unternehmen versuchen, über möglichst viele Accounts ihren Namen im Web zu streuen, streben sie natürlich möglichst gewinnbringende Kooperationen an. Sie suchen Micro-Influencer (das sind Accounts mit wenigen tausend Followern) und stellen ihnen kostenlose Produkte zur Verfügung. Erst, wenn diese Zahlen deutlich in die Höhen schießen und auch eine entsprechende Interaktionsrate gegeben ist, steigert sich auch die Bereitschaft zur richtigen Bezahlung.

Wie viel Geld lässt sich mit Instagram verdienen?

Im deutschsprachigen Raum kann man 10.000 Follower mit rund 100 Euro entgegensetzen. So kann also ein Account mit 20.000 Followern ca. 200€ pro Werbeanzeige verlangen.

Ab wann muss man ein Gewerbe anmelden, um mit Instagram Geld zu verdienen?

Wer gezielt Kooperationen auf Instagram eingeht, verwandelt seinen Account im Prinzip zu einer Werbefläche. Hiermit strebst du dann eine Gewinnerzielungsabsicht vor und sobald diese vorliegt, sieht der Gesetzgeber eine Gewerbeanmeldung vor. Du giltst damit also auch nicht als Freiberufler. Das gilt im Falle von Bezahlungen, als auch kostenlosen Produkten oder der Nutzung von Affiliate-Links.

Tatsächlich sind auch gesponserte Produkte eine Form der Bezahlung. Diese sind daher in der Steuererklärung zu berücksichtigen! Was du sonst noch im Bezug auf Steuern zu berücksichtigen hast, wird im nächsten Punkt erläutert.

Wie melde ich ein Gewerbe an?

Die Registrierung kann entweder online erfolgen oder indem du dein lokales Gewerbeamt aufsuchst. Benötigt wird dafür dann ein Lichtbildausweis, den du bei der Onlineanmeldung auch digital in Form eines Scans übermitteln kannst.

Je nach Bundesland sind mit 20 bis 30 Euro Anmeldegebühr zu rechnen.

Als Tätigkeit gibst du Dienstleistungen im Internet an. Alternativ eignen sich dafür auch Online Marketing oder Internetwerbung. Jedes dieser Gewerbe ist zutreffend, es kommt also darauf an, was du abgesehen von Instagram sonst noch planst, sobald das Gewerbe angemeldet ist.

Damit du dein Gewerbe anmelden kannst, musst du volljährig sein. Andernfalls benötigst du die Ermächtigung eines gesetzlichen Vertreters sowie die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts, unternehmerisch tätig zu werden. In solchen Fällen ist es daher wichtig, deinen Eltern von deinem Vorhaben zu erzählen, damit sie dich unterstützen und sie tatkräftig hinter dir stehen.

Die Sache mit den Steuern

Als Gewerbebetreibender musst du dich natürlich auch mit dem Thema der Steuern auseinandersetzen. Sofern du genug einnimmst, ist es ratsam, einen Steuerberater hinzuzuziehen, denn auch die dafür anfallenden Kosten kannst du steuerlich geltend machen.

Generell ist je nach der Höhe deiner Einnahmen mit 14 bis 42 % an Steuern zu rechnen. Die für dich wichtigsten Steuern sind:

  • Die Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer. Solange du noch Kleinunternehmer bist, musst du diese aber nicht ausweisen. Die Kleinunterregelung ist so lange in Kraft, bis du im Vorjahr mehr als 22.000 und im laufenden Jahr mehr als 50.000 Jahr an Umsatz generierst. Wichtig: Hierbei handelt es sich um eine Und-Regelung, es müssen also beide Punkte erfüllt sein, andernfalls bleibst du nach wie vor Kleinunternehmer.
  • Die Gewerbesteuer. Aber auch die musst du zu Beginn nicht bezahlen. Diese Grenze überschreitest du ab einem jährlichen Gewinn von mehr als 24.500 Euro.
  • Und dann gibt es noch die Einkommenssteuer. Diese ist auch dann für dich wichtig, wenn du noch keine hohen Einnahmen erzielst. Sobald du nämlich den gesetzlichen Freibetrag von 8.652 Euro an Gewinn übersteigst, werden Steuerzahlungen fällig.

Nun hast du soeben häufig die zwei Begriffe Gewinn und Umsatz gelesen. Hierbei handelt es sich nicht um dasselbe. Dein Umsatz ist nichts anderes als alles, was du einnimmst. Sobald du von dieser Summe alle Geschäftsausgaben abgezogen hast, bleibt eine Ertragssumme zurück. Und hierbei handelt es sich um den Gewinn.

Was du sonst noch beachten musst

Viele Arbeitgeber führen eine Klausel in ihren Verträgen, dass ihre Arbeitnehmer nicht ohne ausdrückliche Zustimmung einer Nebentätigkeit nachgehen dürfen. Das ist unbedingt zu beachten, da du andernfalls fristlos gekündigt werden kannst.

Einnahmen sind toll, aber lass dich nicht dazu verleiten, sie gleich bis auf den letzten Cent auszugeben. Denn nun, wo du ein Unternehmer bist, musst du auch wirtschaftlich denken. Ohne Gewinn kannst du dein Business nicht weiterentwickeln und von deinem privaten Geld wirst du keine Steuern bezahlen wollen. Am einfachsten ist es hierbei immer, sich die Hälfte von allen Einnahmen wegzulegen, um für schlechtere Zeiten vorzusorgen.

Sofern du dich nicht nebenberuflich selbständig machst, musst du dich außerdem mit dem Thema der Sozialversicherung auseinandersetzen und auch dafür solltest du dann Rücklagen schaffen.

Ab wann lohnt es sich, Instagram kommerziell zu betreiben?

Du darfst es natürlich nicht so handhaben, dass du nur ein einziges Mal einer bezahlten Kooperation nachgehst und dann nie wieder, dafür aber dann kein Gewerbe anmeldest. Eine Gewinnerzielungsabsicht liegt nämlich auch dann vor.

Etwaige Freibetragsgrenzen richten sich nämlich auf einen Zugewinn aus einer privaten Veräußerung. Zum Beispiel, weil du dein Auto verkaufst oder für die Dauer eines längeren Auslandsaufenthaltes deine Wohnung für drei Monate vermietest, um die laufenden Kosten weiterhin decken zu können.

Das bedeutet also, dass du dir im Vorfeld darüber klar werden musst, was genau du mit deinem Instagram-Account vorhast und ob sich eine solche bezahlte Kooperation auch wiederholen lässt.

  • Du solltest über eine engagierte Community verfügen.
  • Denk dir ein gutes Konzept für Instagram aus, um die Reichweite deines Accounts nachhaltig zu steigern.
  • Beginne aus der Sicht des Unternehmens zu denken: Sie wollen nicht rein die Größe deiner Reichweite, sondern vor allem das Vertrauen deiner Community zu ihrem Vorteil nutzen.
  • Mach nicht jeden deiner Posts zu einer bezahlten Kooperation, um glaubwürdig zu bleiben und das Vertrauen deiner Follower nicht zu verlieren.
  • Beginne, Instagram als deinen Job und nicht länger nur als dein Hobby zu sehen.
  • Stelle Instagram auf die Business-Funktion um. So erhältst du Zugang zu zahlreichen Analysewerten über deine Reichweite.
  • Verknüpfe Instagram mit Facebook, um auf beiden Plattformen eine Reichweite aufzubauen.

So gelangst du an die ersten Kooperationen

Du kannst einerseits natürlich selbst Marken und Unternehmen anschreiben, oder dich auf Plattformen anmelden, die speziell dazu ins Leben gerufen wurden.

Bevor es zum ersten Vertragsabschluss kommt (auch eine Kommunikation mit dem Ziel, zusammenzuarbeiten, stellt bei verbindlicher Zusage einen Vertrag dar), solltest du dir darüber im Klaren sein, wie viel zu genau für die Zusammenarbeit berechnen willst. Bedenke dabei die Größe deiner Reichweite, die damit verbundene Arbeitszeit und auch, welche Geschäftsausgaben du hast.

Verhalte dich in der Kommunikation mit deinem Geschäftspartner professionell. In der Medienbranche ist es üblich, dass man sich gegenseitig gleich duzt. Stellst du allerdings fest, dass der Unternehmer dich siezt, solltest du ebenfalls dazu übergehen.

Bereite ein sogenanntes Media Kit vor, in dem du ein paar wichtige Hard Facts zu deiner Reichweite auflistest. So zeigst du deinem Gegenüber, dass du gut vorbereitet und professionell bist. Er wird sich bei dir in guten Händen fühlen und merken, dass er hier einen guten Werbepartner gefunden hat!

Das Wichtigste zum Schluss: Immer transparent bleiben!

Das Vertrauen deiner Follower ist der Schlüssel zu deinem Erfolg. Verlierst du es, geht damit auch die gesamte Basis deiner Einnahmen verloren. Du solltest daher unbedingt die rechtlichen Vorgaben zur Werbekennzeichnung einhalten und deine Follower nicht belügen, wenn du Geld mit deinem Account verdienst.

Eine Markierung mit dem Hashtag #sponsored ist im deutschsprachigen Raum nicht ausreichend, da verschiedene Umfragen ergeben haben, dass die Nutzer sich in dem Fall nicht darüber im Klaren sind, soeben Werbung anzuschauen. Daher musst du sehr eindeutig sein und den Hashtag #werbung nutzen. Alternativ ist auch #anzeige eine Möglichkeit.

Es muss im Übrigen kein Hashtag sein, du darfst das Wort auch einfach so hinschreiben. Der Hashtag sorgt durch die blaue Textfärbung im Grunde nur dafür, dass der Begriff auch wirklich auffällt. Zudem suchen viele Unternehmen in diesem Hashtag nach möglichen Werbepartnern.

  • Die Werbemarkierung muss auffällig und am Besten zu Beginn des Posts platziert werden.
  • Wenn du für eigene Produkte wirbst (aus deinem Onlineshop, dein eigenes Buch usw.), ist keine explizite Werbemarkierung erforderlich, sofern aus der Caption ausdrücklich hervorgeht, dass es sich dabei um dein eigenes Unternehmen handelt, das du soeben bewirkst.

Achtung vor Stolperfallen!

Nicht nur auf YouTube, sondern auch auf Instagram wird mittlerweile hart gegen sogenannte Schleichwerbung vorgegangen. Viele Influencer entschließen sich daher dafür, generell alles mit einer Werbemarkierung zu versehen, was als solche verstanden werden könnte. Etwa, weil ein Produkt darauf zu erkennen ist. Wenn du das ebenfalls tun möchtest, weil du auf der sicheren Seite sein willst, musst du das klar definieren. In diesem Fall wäre das: Werbung durch Markenerkennung bzw. Werbung durch Markennennung.

Tust du das nicht, könnte das unter Umständen so verstanden werden, dass das Unternehmen, dessen Produkt in deinem Post zu erkennen ist, dich für diesen bezahlt hat. Ist das aber nicht geschehen, kann dir umgekehrt auch dafür eine Abmahnung ins Haus flattern.

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